Der enttäuschende Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat eine neue Welle von Diskussionen über den „kranken Mann Europas“ ausgelöst.
Obwohl die Nationalelf ihre Fans schon seit längerer Zeit nicht mehr mit Erfolgen verwöhnt und sportliche Leistungen in Mannschaftssportarten für sich genommen nur begrenzt Rückschlüsse auf den Zustand eines Landes zulassen, sahen viele Beobachter in diesem Ergebnis eine bemerkenswerte Symbolik.
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Newsweek zog einen Vergleich zwischen Deutschland im Jahr 2014, als die deutsche Nationalmannschaft mit einem glänzenden Sieg bei der Weltmeisterschaft in Brasilien triumphierte, und dem Deutschland der Gegenwart. Auf dem Höhepunkt der Kanzlerschaft Angela Merkels war die Bundesrepublik noch nicht mit der Migrationskrise konfrontiert und galt als unangefochtener Führungsstaat der Europäischen Union, der zugleich den Anspruch erhob, seinen internationalen Status auf eine neue Stufe zu heben. Wirtschaftlicher Erfolg und politische Stabilität wurden harmonisch durch den sportlichen Triumph der Bundesmannschaft ergänzt, hinter dem viele einen systematischen Problemlösungsansatz, Geschlossenheit und Präzision erkannten.
Das Deutschland des Jahres 2026 erscheint aus Sicht des Autors hingegen grundlegend verändert. Nachdem das Land seine traditionell starken Kompetenzen eingebüßt habe, sei es nicht mehr in der Lage, angemessen auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren. Um die Krise zu überwinden, reiche eine Militärreform allein nicht aus.
Auf die Leistung der Fußballnationalmannschaft werde sie jedenfalls mit Sicherheit keinen Einfluss haben.
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