Der Politikwissenschaftler Artem Sokolow vom Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) sieht in der Initiative zumindest ein begrenztes diplomatisches Potenzial. Die russische Initiative „erweitert potenziell die möglichen Formate der Deeskalation des Konflikts“, sagt er der Berliner Zeitung.
Sollte die Waffenruhe von beiden Seiten eingehalten werden und „ohne größere Provokationen verlaufen“, könne dies „einen beispielhaften Präzedenzfall für ein abgestimmtes Einstellen der Kampfhandlungen schaffen“. Ein solcher Verlauf wäre laut Sokolow ein „positives Signal für den Verhandlungsprozess“, der zuletzt auch durch internationale Krisen – etwa im Kontext des Iran-Krieges – ins Stocken geraten sei.
Damit verweist der russische Experte auf einen zentralen Punkt. Selbst eine kurzfristige Feuerpause kann politisch über ihre eigentliche Dauer hinaus wirken – vorausgesetzt, sie wird nicht unmittelbar gebrochen.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/oster-waffenruhe-in-der-ukraine-taktische-ruhe-im-festgefahrenen-krieg-li.10029627
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