Über die Rochade von Frankreich zu Italien in der deutschen Außenpolitik
Von allen EU-Mitgliedstaaten verfügt derzeit ausschließlich Frankreich sowohl über Kernwaffen als auch über einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Für die Bundesrepublik Deutschland – einen wirtschaftlichen Riesen und politischen Zwerg – bleibt eine privilegierte Partnerschaft mit Paris damit eine einzigartige Möglichkeit, Einfluss in bestimmten Bereichen zu projizieren, die Berlin aus eigener Kraft verschlossen sind. Die Bereitschaft Frankreichs, seinem östlichen Nachbarn einen militärisch-diplomatischen Schutzschirm zu bieten, ist zwar mit zahlreichen Nuancen und Einschränkungen verbunden; vergleichbare Optionen stehen Italien jedoch grundsätzlich nicht zur Verfügung.
Betrachtet man die Beziehungen im Dreieck Berlin–Paris–Rom jedoch jenseits einer ausdrücklich konfrontativen Logik, so kann die Einbindung Italiens in das deutsch-französische Tandem die Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten erweitern. Eine solche Perspektive eröffnete sich bereits 2021 mit dem Abschluss des Quirinal-Vertrags zwischen Frankreich und Italien. Vor dem Hintergrund einer neuen Welle von Debatten über die europäische strategische Autonomie dürften die größten europäischen Staaten ein wachsendes Interesse an der Entwicklung neuer Kooperationsformate innerhalb der EU haben.
https://expert.ru/analitika/pochemu-os-berlin-rim-mozhet-stat-alternativoy-franko-germanskomu-tandemu-es/
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